Bäder-Lexikon
Das Stadtbad Charlottenburg (Alte Halle) in der Krummen Straße ist das älteste Bad der Stadt, das noch betrieben wird. In den Jahren 1896-98 wurde es als erstes „städtisches Volksbad“ der damals noch selbstständigen Stadt Charlottenburg errichtet. Paul Bratring zeichnete als Architekt für den Entwurf verantwortlich. Von ihm stammen weitere öffentliche Gebäude in Charlottenburg.
Mit der Fertigstellung des neuen Stadtbads direkt nebenan sollte das im Jugendstill errichte Bad abgerissen werden. Von den Plänen nahmen die Behörden allerdings Abstand und sanierten stattdessen das Gebäude zwischen 1985-87 umfassend. Seit 1982 steht das Bad unter Denkmalschutz
Es ist das Schmuckstück unter den Berliner Bädern, das Stadtbad Neukölln. Im Stil des Neoklassismus errichtet, verfügt das 1914 eröffnete Bad über eine kleine (die ehemalige Damenhalle) und eine große (die ehemalige Herrenhalle) Schwimmhalle. Beide erweisen mit ihrem architektonischen Aufbau antiken Basilikabauten ihre Reverenz. Zum Bad gehört auch eine russisch-römische Saunaanlage, für die antike römische Thermen Pate standen. Im Innern sind teure Materialien verbaut – von Marmor über Travertin bis hin zu aufwendigen Mosaiken, die Badeszenen zeigen.
Die größten Bäder
Die Rangfolge bezieht sich auf die Wasserfläche, nicht auf die Grundstücks- bzw. Gebäudegröße.
Hallenbäder
Schwimm- und Sprunghalle (SSE) 3.370 Quadratmeter
Schwimmhalle Sportforum
Hohenschönhausen und
Schwimmhalle Finckensteinallee je 1.250 Quadratmeter
Sommerbäder
Prinzenbad (Sommerbad Kreuzberg) 3.917 Quadratmeter
Wilmersdorf 3.305 Quadratmeter
Am Insulaner 3.195 Quadratmeter
Das Traditionsbad
Das Strandbad Wannsee wird von den Berliner Bäder-Betrieben unterhalten und betrieben. Es ist die Adresse mit der längsten Freibadetradition.
1897 wurde hier das erste Mal in Berlin und dem damaligen Preußen das Baden in freier Natur ohne Sichtschutz erlaubt. Hunderttausende Berliner nutzten seither das Angebot, da die Badestelle am Wannsee auch mit der S-Bahn gut zu erreichen war. 1929/30 errichtete der Stadtbaurat Martin Wagner zusammen mit dem Architekten Richard Ermisch die heutige Anlage aus Garderobengebäuden und Wandelgängen. Langjähriger Leiter des Strandbades war Hermann Clajus, der sich vor der drohenden Verfolgung durch die Nationalsozialisten das Leben nahm. Das Strandbad Wannsee, das nicht in der Verwaltung der BBB-Infrastruktur ist, verfügt über einen über einen Kilometer langen Sandstrand. Zahlreiche Gebäude wurden zum Jubiläum 2007 saniert. Bis heute ist das Bad eine der beliebtesten Ausflugadressen und eignet sich hervorragend für Veranstaltungen. Berühmt ist das Bad nicht zuletzt wegen der spektakulären Sonnenuntergänge direkt über dem See.
Die Kult-Adresse
Das Prinzenbad in Kreuzberg ist die Kult-Badeadresse in der Innenstadt. 1956 in Betrieb genommen, lockt es in den Sommermonaten jährlich mehrere hunderttausend Besucher an. Das Prinzenbad ist bei seiner treuen Stammkundschaft ebenso beliebt wie bei Filmemachern (so entstanden hier teilweise die Filme „Herr Lehmann“ und „Prinzessinnenbad“). Den Kult macht die Mischung der Bevölkerung aus, die tagtäglich hier zu beobachten ist – Multikulti trifft Bürgertum, alt trifft jung, Szene trifft Couch-Potatoe. Zum Ruf des Bades gehört, das die ebenso kultträchtige U-Bahn-Linie 1 direkt vor der Tür hält, sich auf den Gelände die einzige offizielle FKK-Liegewiese der Berliner Bäder in der Innenstadt befindet und zwei 50-Meter-Becken zur Verfügung stehen, eines geheizt, eines nicht. Für jeden Geschmack ist im Prinzenbad etwas dabei.